EduVocation - Lernen lernen muss man wollen
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💡💡 Unser Leitgedanke für das Lernen
Wer bereit ist, die Basisarbeit in die ersten beiden Stufen des folgenden Lern-Modells zu investieren (einiges auswendig lernen, viel Training), der schaltet damit eine echte Superkraft frei: Die Fähigkeit, sich neues Wissen logisch selbst zu erschließen. Das spart auf lange Sicht Zeit, schont die Nerven und macht beim Ausprobieren neuer Dinge unheimlich viel Spaß!
🧠✨ Das Drei-Stufen-Modell des Lernens
Um neues Wissen und Können wirklich zu meistern, hilft uns eine einfache, aber kraftvolle Aufteilung in drei Stufen. Es zeigt uns, dass niemand alles sofort perfekt können muss und dass Lernen ein aufwändiger und logischer Pfad ist. Und hier bekommt die alte Weisheit "Ohne Fleiß kein Preis" eine inhaltliche Bedeutung.
1. 🧠 Das „Alphabetwissen“ (Die Bausteine)
„...das kann man nur auswendig lernen. Wie viel und wie weit man auswendig lernt bzw. lernen muss, ist immer eine persönliche Sache.“
Das ist die absolute Basis. Es sind die nackten Fakten, Symbole, Fachbegriffe oder Vokabeln, für die es keine logische Ableitung gibt. Man muss sie einfach stumpf abspeichern. Wie tief man hier ins Detail geht, entscheidet jeder selbst nach seinem Bedarf. Die wichtigsten Bausteine sollte man jedoch im Kopf haben.
2. 🧠 Das „Grundwissen und -können“ (Das Handwerk)
„...das man nur durch Training erlangen kann. Wie oft und wie viel man trainieren muss, ist auch hier eine persönliche Sache.“
Hier reicht reines Merken nicht mehr aus; hier kommt das praktische Handeln und Anwenden ins Spiel. Diese Stufe verlangt Wiederholung und Training. Erst wenn ein Handgriff oder ein Gedankengang durch regelmäßige Übung so automatisch abläuft, dass wir nicht mehr aktiv darüber nachdenken müssen, ist das Wissens-Fundament stabil.
3. ✨ Das „Spezialwissen“ (Die Meisterschaft)
„...das man sich aus dem bisherigen wissen meist ableiten kann, ggf. mit informellen Hilfen.“
Das ist die Stufe, auf der das Lernen elegant wird. Wer die ersten beiden Stufen beherrscht, muss nicht mehr alles auswendig lernen. Aus dem starken Fundament lässt sich neues Spezialwissen logisch ableiten. Und wenn man mal feststeckt? Dann reichen kurze, informelle Hilfen – wie ein Blick ins Forum, ein kurzes Tutorial oder der Austausch mit anderen –, um die Lösung sofort zu verstehen.
✨ 💡 Warum das Drei-Stufen-Lern-Modell funktionieren kann
In der Schule im Rahmen des Biologieunterrichts lernen wir die Bestandteile unseres Gehirn kennen, ein Netzwerk aus Neuronen mit ihren Dendriten (Eingängen) und dem Axon (Ausgang) kennen.
Und wir lernen, dass Neuronen-Verbindungen wachsen, wenn sie benutzt werden und schrumpfen, wenn nicht.
Dieses Netzwerk ist die Basis unseres Denkens.
Das ist zwar eine sehr vereinfachte Darstellung, aber für das Verstehen, warum das Drei-Stufen-Lern-Modell funktionieren kann, hinreichend anschaulich.
Woher kommen unsere Aktivitäten?
Wenn wir agieren, dann sprechen wir, berühren etwas, greifen etwas, lassen etwas los, laufen, schreiben, tippen, und vieles mehr. Für fast alles benutzen wir Muskeln. Und die werden über Reize aktiviert, welche über unser Gehirn gesteuert werden.
Denken wir einmal über das Laufen lernen nach. Was tut ein Kind, dass laufen lernt? Aufstehen, hinfallen, aufstehen, hinfallen, …. stehen bleiben, das Gewicht verlagern, aus dem Gleichgewicht geraten, umfallen, immer wieder aufstehen, stehen bleiben, das Gewicht verlagern, ein Bein vorsetzen … usw. Und was ist das anderes als ein Training und wiederholtes Üben?
Warum können wir sprechen? Wir üben, üben, üben die Bewegung unseres Mundes, unserer Zunge unserer Atmung.
Warum können wir lesen? Wir lernen nach und nach das Alphabet, Buchstabengruppen, Worte, Sätze usw. Und wieder üben wir, trainieren, um immer besser zu werden.
Aber für alles brauchen wir unser Gehirn. Ohne Gehirn geht nichts davon. Wir spiegeln unsere Wahrnehmungen (sehen, hören, tasten, …) und ahmen zuerst einmal nur nach und trainieren Basisfähigkeiten.
Woher kommen unsere Ideen?
Wir schreiben sie auf, sprechen sie aus oder denken sie nur. Und wieder spielt unser Gehirn die zentrale Rolle.
Wenn wir etwas Neues denken, aufschreiben, aussprechen, dann entsteht das in unserem Gehirn mit Hilfe unserer gespeicherten Kenntnisse und Fähigkeiten.
Und noch viel mehr: Wir abstrahieren aus Erfahrungen neues Wissen. Wir lernen Lichtquellen zu erkennen, auch wenn sie nicht Leuchten, wir lernen Laute zu unterscheiden, Körpersprache und und und.
Woher nehmen wir das alles? Aus unseren gespeicherten Erfahrungen, Kenntnissen und Fähigkeiten, die wir in unserem Gehirn bewusst oder unbewusst abgelegt haben.
Wenn wir also unseren Kopf nicht trainieren, direkt oder indirekt, kann auch nichts in unserem Kopf vorhanden sein, dass uns kreativ werden lässt, das uns etwas können lässt.
Und was folgt daraus?
Wir brauchen Basiswissen, dass nur durch Lernen in unsere Köpfe gelangt und nur durch Wiederholung in unseren Köpfen bleibt.
Analog zu Bausteinen, können wir aus unseren Wissens- und Fähigkeits-Bausteinen neue Erkenntnis- und Fähigkeits-Gebilde kombinieren. Aber alle Bausteine müssen in unserem Kopf verfügbar sein.
Und damit sie da auch bleiben und nicht verkümmern, müssen wir sie immer wieder benutzen, auffrischen, erweitern und dadurch am Leben erhalten.
Und das führt unweigerlich zu einem lebenslangen Üben und Lernen!